Kuckucks-"Väter" können aufatmen, BVerfG gibt dem Gesetzgeber auf, bis März 2008 einen Verfahrensweg zu eröffnen, der ihnen die Überprüfung der Vaterschaft ermöglicht

von Rechtsanwältin Gesine Fiedler

Das Bundesverfassungsgericht hat dem Gesetzgeber aufgegeben, bis Ende März 2008 Männern eine Möglichkeit einzuräumen, in gerichtlichen Verfahren nachzuweisen, dass sie nicht die biologischen Väter sind. Der Entscheidung lag ein Fall zugrunde, in dem ein Mann Zweifel an seiner Vaterschaft hatte. Sein Verdacht wurde bestätigt durch ein Gen-Gutachten, das er heimlich fertigen ließ. Im gerichtlichen Verfahren zur Anfechtung der Vaterschaft verweigerten die Gerichte, das heimliche Gutachten zu verwerten. Grund: Das Persönlichkeitsrecht des Kindes sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung schützen das Kind vor der heimlichen Ausforschung seiner Gen-Daten. Damit war es dem klagenden Mann unmöglich, rechtlich den Nachweis zu erbringen, dass er nicht der Vater ist. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts führte zu einer erheblichen Verbesserung der Rechtsposition der Männer: Männer haben das Recht darauf zu erfahren, ob sie auch der biologische Vater ihrer Kinder sind. Demgemäß muss den Männern ein Verfahren zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie - ohne, wie bei der Vaterschaftsanfechtung, zwingend eine rechtliche Trennung vom Kind herbeizuführen -  ihre Vaterschaft feststellen lassen können.

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