Persönlichkeitsrecht des „Kannibalen von Rotenburg“

von Rechtsanwalt Dr. Alexander Mahlke

Eine amerikanische Produktionsfirma nahm den als „Kannibalen von Rotenburg“ bekannt gewordenen Armin Meiwes als Hauptfigur für eine als realer Horrorfilm mit dem Titel „Rohtenburg“ angekündigte Produktion. Der Film sollte auch in Deutschland als Video verkauft werden. Meiwes hatte gestanden, einen 43-jährigen Diplomingenieur aus Berlin mit dessen Einverständnis getötet und anschließend teilweise gegessen zu haben. Mit einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung wandte sich Meiwes nun gegen den Verkauf des Films in Deutschland. Der betroffene Senator Film Verleih befürchtete Verluste in Millionenhöhe und setzte sich zur Wehr. Vergeblich: Meiwes obsiegte vor dem OLG Frankfurt am Main mit seinem Antrag auf Erlass der Verbotsverfügung. Das Persönlichkeitsrecht wiege schwerer als die Rechte des Filmverleihs, so das Gericht. Da der Film die Persönlichkeit der Hauptfigur von der Familiengeschichte bis hin zur Tatausführung nahezu detailgetreu wiedergebe und der Film lediglich der Unterhaltung des Publikums diene, müsse die Freiheit von Kunst und Film hinter dem Persönlichkeitsrecht zurücktreten. Der Filmverleih prüft nun die Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde.

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